Ein Forscherteam an an der Universität Ulm entwickelt ein E-Bike, das neben einem Heckantrieb auch mit einem Vorderradmotor ausgestattet sein soll. Das Allrad-Elektrofahrrad könnte unter anderem erhöhte Sicherheit bei schwierigen Fahrsituationen bringen.

Gemeinsam mit Partnern aus der Industrie tüftelt das Uniteam an einer Fahrzeugvariante die bis zu 45 km/h mit Motorkraft beschleunigen könnte und damit ein S-Pedelec wäre. Der zusätzliche Nabenmotor im Vorderrad bedeute mehr Agilität, so die Entwickler. Bei nassem Laub oder Schnee könnte die Aufteilung auf zwei Antriebe sichereres Fahren bedeuten.


Schon bei der Ansteuerung von einem Motor existieren im Markt große Unterschiede, die oft mit dem Controller und der Programmierung zu tun haben. So liegen auch für die Ulmer die größten Herausforderungen in der entsprechenden Steuer- und Regelungselektronik für zwei Antriebe. Hier geht es um eine Harmonisierung der sogenannten Antriebs- und Bremsmomente.



Bis die innovativen Zweiräder tatsächlich verkehrstüchtig sind, liegt noch viel Arbeit vor den Ulmer Ingenieuren. In der Versuchshalle an der Universität steht bereits ein Testfahrzeug für Messungen zur Verfügung. Am Fahrzeug angebrachte Sensoren erfassen, in welcher fahrdynamischen Situation sich das E-Bike befindet, und leiten diese Informationen an ein Steuergerät weiter. Dann berechnet eine Software wahrscheinliche Aktionen des Fahrers und sendet entsprechende Signale an zwei Elektromotoren, die Vorder- und Hinterrad unabhängig voneinander antreiben oder abbremsen, oder an eine zusätzliche Reibbremse.


Die Landesregierung Baden-Württemberg fördert das Projekt vorerst für drei Jahre. D-Bike, Hersteller des ELMOTO E-Motorrads, soll am Ende die Fahrzeug-Prototypen aufbauen.