Das Komfort-E-Bike "Model T" von Momentum Electric ist nun schon eine Weile in den Redaktionsräumen des eBikeFINDER zuhause. Vom Kopfsteinpflaster bis hin zum Waldweg hat es bisher viel von Berlin und seinem Umland gesehen. Zeit also, sich einmal hinzusetzen und unsere Langzeiterfahrung mit der englischen Dame mit euch zu teilen.

Zu erst einmal muss ich gestehen: Es war keine Liebe auf den ersten Blick. Zwar fuhr ich persönlich auch immer eher gemütlich auf Hollandrädern durch die Stadt, doch beim Model T sprang der Funke nicht sofort über. Wahrscheinlich war es einfach die britische Sachlichkeit, die mich zunächst irritierte.

Alle bösen Gedanken und Vorurteile die ich in meinem Kopf hatte waren aber sofort verschwunden, als ich mich auf den Sattel setze, den Motor anschaltete und in die Pedale trat. Der Frontmotor zog mich nach vorne und trieb meine Mundwinkel nach oben.

Guter Preis, gute Ausstattung

Das Model T von Momentum-Electric kostet 1395€ beim Fachhändler. Auf den ersten Blick ist das im Vergleich zu den Schnäppchen von Aldi, Lidl und Co eine Menge Geld, doch ein eBike vom Händler steht halt auch für Qualität und Wertigkeit. Natürlich gibt es auch dort eBikes, die noch weniger kosten, aber das Model T ist halt auch kein eBike von der Stange.

Auffällig unauffällig

Für Menschen die sich gerne im Glanz ihrer Technik sonnen ist das Model T absolut nichts! Denn dafür ist es schlicht zu unauffällig. Das sorgt aber auf der anderen Seite für erstaunte Gesichter beim Überholen. Das Model T hat ein zeitloses Design und fährt sich im Stadtverkehr sehr komfortabel.

 

Träge 2-Gang-Automatik sorgt für Frust

Das eBike verfügt über eine 2-Gang-Automatik und schaltet Selbständig. In der Praxis verhält sich selbige aber oft sehr eigenwillig und zeigt immer wieder Probleme bei der Drehzahlerkennung. Das führt des Öfteren zu unangenehmen Situationen im täglichen Gebrauch. Angefangen beim trägen Start von der Ampel bis hin zum schwerfälligen Erklimmen von Steigungen. Auch plötzliche Reaktionen die der Straßenverkehr erfordert können die Schaltung in Verlegenheit bringen.

Frontmotor schnell am Limit

Der 250W Motor im Vorderrad beschleunigt einigermaßen schnell auf 25 Km/h riegelt dann aber abrupt ab. Das führt zu einem sehr bremsenden Fahrverhalten. Das hat zur Folge das ein schnelleres Fahren auch deutlich anstrengender wird, da der Motor sich schlichtweg weigert auch nur ein Fünkchen mehr als die vorgeschriebenen 25 Km/h zu leisten. Natürlich hängt das Motorverhalten auch stark vom Fahrer ab. Ich persönlich fahre fast immer auf höchster Unterstützungstufe. das verlangt Motor und Technik natürlich auch vielmehr ab.

Verarbeitungsqualität eher mäßig

Nachdem ich nun schon soviel Worte über die Technik verloren habe, muss ich nun auch etwas zur Verarbeitung insgesamt sagen. Am Stahlrahmen ansich gibt es keinerlei Kritikpunkte. Was mich persönlich etwas störte war die Verkabelung des Rücklichtes. Hier schaute das Kabel schnell über dem Hinterreifen raus. Das ist unschön und passt einfach nicht zur Gesamtästethik des eBikes. Die verwendeten Kenda-Reifen haben mch auch nicht überzeugt. Sie nutzen recht schnell ab und sind schlecht verarbeitet. Ich dachte das T hätte hinten eine 8, allerdings war nur die Farbe der Reifen ungleichmäßig verteilt.

Praktibilität auf dem Prüfstand

Mit einem Gepäckträger und einem vorinstallierten Gepäckträger ist das Model T bereits gut für praktische und tägliche Einsätze gerüstet. Leider verfügGepäcktaschen an die Seite. Das ist allerdings nicht so gravierend wie die Tatsache, dass ein Spanngurt zum befestigen vom Gütern auf dem Gepäckträger nicht zufriedenstellend befestigt werden kann. Dadurch wird der Gepäckträger schon fast nutzlos. Die Lichtanlage wird an der Fernsteuerung am Lenker eingeschaltet, das ist sehr praktisch und sinvoll. Die Qualtät der Anlage bei Dunkelheit ist auch gut. Die Fahrstrecke wird fokusiert und gut ausgeleuchtet, was allgemein für eine gute Sichtbarkeit sorgt.

Akku bietet ausreichend Leistung

Der 9Ah Akku im eBike hat eine ausreichende Reichweite.Meine tägliche Strecke von ungefähr 16-20  Kilometern schaffte das Model T bei Unterstützungsstufe drei ungefähr 2 1/2 Tage, was einer Kilometerleistung von ungefähr 50 Kilometern entspricht. Danach war Aufladen angesagt. Negativ aufgefallen ist, dass bei einem Komplettausfall der Energie das eBike sehr schwer als normales Fahrrad zu bedienen war und die Lichtanlage auch nicht mehr funktionierte, was letztendlich auch dazu führt das die StvO-Zulassung erlischt.

Fazit: Schönes eBike mit Kinderkrankheiten

Am Ende meines Erfahrungsberichtes möchte ich euch mein Gesamtfazit natürlich nicht vorenthalten. Das Model T von Momentum-Electric ist wirklich ein schickes, elegantes und vorallem bequemes Citybike. Sofern nicht jede Wurzel oder jedes Schlagloch mitgenommen wird, lässt es sich sehr gut auf dem eRad aushalten.

Die Firma Momentum-Electric hat mit dem Model T und dem Upstart ihre ersten beiden eBikes auf den Markt gebracht und mit niedrigem Preis und schicken Design für viel Furore gesorgt. Auf den ersten Blick liest sich dieser Bericht wahrscheinlich kritischer als er eigentlich ist: Denn alle Kritikpunkte sind eigentlich von Seiten des Herstellers mit wenig Aufwand zu bewerkstelligen und umzusetzen.

Zum Abschluß möchte ich allerdings doch noch eine Kaufentscheidung für das Model T aussprechen. Denn für Menschen die einen sanften Übergang vom Fahrrad zum Pedelec anstreben und auch sonst eher gleiten als rasen wollen ist das Model T perfekt.