Deutschland ist in Europa der führende E-Bike Markt. 2011 waren es nach Zahlen von COLIBI und COLIPED, den europäischen Industrie-Interessenverbänden für Fahrräder und Fahrradteile, 310.000 gegenüber 200.000 noch im Jahr 2010. Für 2012 wurden vom Deutschen Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) 400.000 verkaufte Elektroräder für Deutschland prognostiziert.Tatsächlich sind es rund 380.000 geworden, was wohl hauptsächlich dem durchwachsenen Sommer geschuldet war. Das Pedelec ist jedoch weiter im Aufwind, sodass der ZIV mittelfristig mit 10-15% Zuwachs pro Jahr rechnet.

Wie schlägt sich das Elektrorad bei unseren Nachbarn in Europa?

Nr. 2 der Pedelec-Märkte in Europa sind die Niederlande. Hier stiegen die Umsätze zwischen 2010 und 2011 um 9% – von 166.000 in 2010 auf 181.000 in 2011. 15,1%  Marktanteil hatten E-Bikes am gesamten Fahrradmarkt unserer Nachbarn. Befürchtungen der Branche der niederländische E-Bike Markt sei gesättigt bestätigen sich nicht, denn erste Indikatoren für die Zahlen von 2012 zeigen wieder einen Trend nach oben. Allerdings sind die Niederlande das Land in Europa mit der höchsten E-Bike-Dichte.

Nr. 3 der E-Bike Nationen ist die Schweiz. Um satte 25% stiegen die Verkäufe im letzten Jahr auf fast 50.000 Einheiten. Danach folgen einige weitere europäische Länder, wobei der E-Bike Boom dort noch bevorsteht.

In Frankreich positioniert sich der Markt derzeit neu – hin zum Fachhandel. Der französische E-Bike Fachhandel hat heute einen Marktanteil von 64%. In den vergangen Jahren wurden eher die billigen Baumarkt-E-Bikes gekauft, die letztes Jahr aber vom dortigen Markt verschwunden sind, wahrscheinlich weil der Support nach dem Kauf durch diese Vertriebskanäle nicht geleistet werden konnte. 37.000 E-Bikes wurden 2011 bei unseren französischen Nachbarn verkauft - 38.000 waren es im Jahr 2010.

In Italien begann 2009 die E-Bike-Erfolgsstory. 2010 schätzte der italienische Fahrrad Industrieverband ANCMA die Verkäufe auf 40.000 E-Bikes, in etwa so viele, wie es 2009 waren.

Ein weiterer starker Markt mit viel Potential ist Österreich. Hier wuchsen die Umsätze von 20.000 E-Bikes in 2010 auf 32.000 im letzten Jahr. Gemäß der Generalsekretärin Karin Munk vom österreichischen Zweirad-Verband ARGE Zweirad bedeutete „2011 der Durchbruch für die neueste E-Bike Generation. Dieser Trend wird sich definitiv in 2012 fortsetzen.“ In Österreich rechnet man nach Industrieprognosen mit 50.000 verkauften Elektrorädern für 2014.

Industrie-Insider sind sich sicher, dass auch bei den anderen EU-Ländern der Boom bevorsteht. Signale aus Italien und Griechenland, beide nicht bekannt als Länder für Alltagsräder zeigen einen Zusammenhang der steigenden Pedelecverkäufe mit der Verteuerung von Treibstoff. Nur wenige zweifeln daran, dass die E-Bike Welle auch auf die anderen EU-Märkte übergreift.

 

Die Entwicklung in Nordamerika und dem Rest der Welt

In einer im letzten Quartal 2012 veröffentlichten Studie von PikeResearch, einem amerikanischen Marktforschungsinstitut, finden sich ebenfalls spannende Zahlen. Diesen Prognosen zufolge wächst der nordamerikanische Markt für E-Bikes 2013 um satte 50% auf mehr als 158.000 Einheiten. Gute Aussichten für deutsche Hersteller, die dort noch kaum präsent sind.

In der gleichen Studie wird der E-Bike Umsatz der Welt für 2013 auf sagenhafte 33,6 Millionen Einheiten taxiert, über 90% davon in China.